In meiner aktuellen Podcast-Episode (Folge 7) spreche ich über ein Thema, das mich persönlich tief berührt und das leider eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft spielt: Transfeindlichkeit und Queerfeindlichkeit. Seit meinem Outing am 14. März 2023 lebe ich als Frau. Doch mit diesem Schritt begann für mich auch eine Erfahrung, die ich niemandem wünsche: massive Anfeindungen im Netz.
Mein Alltag: Wenn das Internet zum Angriffsraum wird
Seitdem ich als Frau lebe, bin ich immer wieder Zielscheibe von negativer Berichterstattung. Besonders auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) erlebe ich, wie akribisch gegen mich und meinen Partner vorgegangen wird. Es werden Videos mit Unwahrheiten erstellt und Memes verbreitet, die nur ein Ziel haben: mich als Person zu diffamieren.
Die perfiden Methoden der Anfeindung
- Deadnaming: Die bewusste Verwendung meines früheren männlichen Namens, obwohl mein neues Leben längst Realität ist.
- Fake News & Memes: Die Erstellung von Inhalten, die Unwahrheiten verbreiten oder mich ins Lächerliche ziehen sollen.
- Geplantes Triggern: Ich werde in Beiträgen markiert, in der Hoffnung, mich durch gezielte Provokation aus der Reserve zu locken.
Wissen schafft Verständnis: Was bedeutet es eigentlich, „Trans“ zu sein?
Immer wieder begegne ich Vorurteilen oder der Frage, ob man „dies oder jenes“ medizinisch machen müsse, um als trans zu gelten. Doch trans zu sein bedeutet nicht, bestimmte medizinische Kriterien erfüllen zu müssen. Es beschreibt lediglich die gelebte Realität eines Menschen, dessen Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.
Wichtige Fakten zur Aufklärung
- Keine Krankheit: Transgeschlechtlichkeit ist keine psychische Störung, sondern eine Variante der menschlichen Identität.
- Keine sexuelle Orientierung: Trans zu sein beschreibt, wer man ist – nicht, wen man liebt.
- Individueller Weg: Medizinische Schritte, wie Hormone oder Operationen, sind eine rein persönliche Entscheidung und kein Muss für die eigene Identität.
Der Ruf nach rechtlicher Konsequenz: Verifizierung auf Social Media
Ich fordere seit längerem eine Ausweispflicht bzw. Verifizierung auf Social-Media-Plattformen. Hass und Hetze gedeihen dort, wo Anonymität als Deckmantel für strafrechtlich relevantes Verhalten genutzt wird. Wenn Menschen wüssten, dass sie für ihre Aussagen mit ihrem Klarnamen geradestehen müssen, würde sich die Dynamik im Netz massiv beruhigen.
Warum wir im Jahr 2026 noch immer für Rechte kämpfen
Es ist ein Armutszeugnis, dass wir heute, im Jahr 2026, immer noch CSDs und Demonstrationen benötigen, um grundlegende Rechte und die Würde queerer Menschen zu verteidigen. Queerfeindlichkeit ist kein Naturgesetz, sondern eine gesellschaftliche Entscheidung. Wir müssen aufhören, kleine Gruppen massiv anzufeinden, und stattdessen ein Klima schaffen, in dem jeder Mensch in Frieden leben kann.
Hör dir hier die komplette 7. Episode an, um mehr über meine Gedanken und meine Geschichte zu erfahren:
Weiterführende Informationen: Für alle, die sich tiefergehend mit dem Thema Transphobie und geschlechtlicher Vielfalt beschäftigen möchten, empfehle ich die Aufklärungsarbeit des Lesben- und Schwulverbandes in Deutschland (LSVD)
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet Transfeindlichkeit?
Transfeindlichkeit beschreibt die Ablehnung, Diskriminierung oder Abwertung von Personen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Sie äußert sich in Vorurteilen, Gewalt oder sprachlicher Diskriminierung[cite: 1].
Was ist Deadnaming?
Deadnaming ist das absichtliche Verwenden des früheren Namens einer trans Person, obwohl diese bereits einen neuen Namen angenommen hat, um die Person zu verletzen oder ihre Identität zu missachten[cite: 1].
Muss man operiert sein, um trans zu sein?
Nein. Trans zu sein ist nicht an medizinische Eingriffe gebunden. Ob und welche medizinischen Schritte wie Hormontherapie oder Operationen erfolgen, entscheidet jede trans Person für sich selbst[cite: 1].
Warum ist eine Verifizierungspflicht auf Social Media wichtig?
Eine Verifizierungspflicht könnte helfen, Anonymität als Deckmantel für Hass und strafrechtlich relevante Anfeindungen zu beenden und die Hemmschwelle für toxisches Verhalten im Netz zu erhöhen[cite: 1].
Warum gibt es den CSD im Jahr 2026 immer noch?
Der CSD bleibt notwendig, weil queere Personen auch heute noch um ihre Würde und grundlegende Rechte kämpfen müssen, da Vorurteile in der Gesellschaft weiterhin bestehen[cite: 1].